Rund eine Milliarde Euro für Unternehmen in NRW

Bund und Länder haben sich auf weitere Entlastungsmaßnahmen für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen geeinigt. Unter anderem auf Initiative von Nordrhein-Westfalen wurde ein vereinfachtes Verfahren für einen vorgezogenen Verlustrücktrag beschlossen. Mit dieser Maßnahme soll die Unternehmensliquidität gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen und Selbständige im Handel, in der Kultur oder im Gastronomiebereich kurzfristig verbessert werden.

Vorübergehend können absehbare rücktragsfähige Verluste des Jahres 2020 bereits jetzt in pauschalierter Form steuerlich berücksichtigt werden. Die bisher für Vorauszahlungszwecke für das Jahr 2019 angesetzten Einkünfte werden auf Antrag pauschal um 15 Prozent gemindert, sofern aus den jeweiligen Einkunftsquellen aufgrund der Corona-Pandemie mit laufenden Verlusten zu rechnen ist. Die bereits geleisteten Vorauszahlungen für 2019 werden auf dieser Basis neu berechnet, herabgesetzt und die entsprechenden Differenzbeträge nach einer Verrechnung mit etwaigen Steuerrückständen kurzfristig erstattet.

Ein Beispiel: Für einen von der Corona-Pandemie betroffenen Einzelgewerbetreibenden mit einem den Vorauszahlungen zu Grunde liegenden Gewinn von 80.000 Euro bedeutet dies beispielsweise einen sofortigen Liquiditätsvorteil von rund 6.000 Euro. Ohne die Neuregelung hätten sich die aktuellen Verluste frühestens im Jahr 2021 ausgewirkt. Die Höchstabzugsbeträge für Verlustrückträge von einer Million Euro beziehungsweise zwei Millionen Euro bei Zusammenveranlagung gelten unverändert auch in diesem Fall.

Von den Erleichterungen können auch krisenbetroffene private Vermieter profitieren.
 
Ergänzende Informationen sowie das entsprechende Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) finden Sie auf der BMF-Homepage unter https://bit.ly/352Utjv

Maßnahmen zur Liquiditätssteigerung auf Landes- und Bundesebene

Am 13. März 2020 hat das Bundesfinanzministerium zur Stützung der Liquidität Folgendes geplant:

  • Steuervorauszahlungen sollen leichter angepasst werden. Sobald absehbar ist, dass die Einkünfte im laufenden Jahr aufgrund der Corona-Epidemie geringer werden, will die Finanzverwaltung schnell und unkompliziert einem entsprechenden Antrag zustimmen.
  • Notwendige Steuerstundungen sollen deutlich erleichtert werden. Sie können gewährt werden, wenn die Einziehung der Steuer eine erhebliche Härte darstellen würde. Hieran sollen die Finanzämter keine strengen Anforderungen stellen. Auf die Verzinsung von Steuerstundungen (aktuell 6% p.a.) soll verzichtet werden.
  • Auf Maßnahmen der Vollstreckung (insbesondere Kontopfändungen) bzw. Säumniszuschläge soll bis zum 31.12.2020 verzichtet werden, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Mit neuen und im Volumen unbegrenzten Maßnahmen zur Liquiditätsausstattung möchte die Bundesregierung Unternehmen als auch Beschäftigte schützen.

Zunächst werden die bestehenden Programme für Liquiditätshilfen der KfW erheblich ausgeweitet, um den Zugang der Unternehmen zu günstigen Krediten zu erleichtern. Dazu werden die etablierten Instrumente zur Flankierung des Kreditangebots der privaten Banken ausgeweitet und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht.

Wichtig: Kreditaufnahme erfolgt über die jeweilige Hausbank!

Als wesentliche Programme sind insbesondere die Folgenden zu nennen:

  • Für Unternehmen die länger als 5 Jahre am Markt sind:
    KFW037 - Der Förderkredit für etablierte Unternehmen
    - Förderkredit ab 1,00 % effektivem Jahreszins
    - Bis zu 25 Mio. Euro für Investitionen und Betriebsmittel
    - Für Unternehmen, die mindestens 5 Jahre am Markt sind
    - Auch für Vorhaben im Ausland
    - Langfristig günstige Zinsen
  • Für Unternehmen, die in Digitalisierung und Innovation investieren:
    KFW290 - Der Konsortialkredit für Digitalisierung und Innovation
    - Für Investitionen und Betriebsmittel in den Bereichen Innovation und Digitalisierung
    - Für in- und ausländische Unternehmen mit einem Umsatz bis 2 Mrd. Euro
    - Leichterer Kreditzugang, da die KfW einen Teil des Risikos trägt
    - Flexible Finanzierungsstrukturen, Laufzeiten und Konditionen
  • Junge Unternehmen, die weniger als 5 Jahre am Markt sind:
    KFW079 – EPR Gründerkredit universell
    - Bis zu 25 Mio. Euro Kreditbetrag
    - Existenzgründung und Fertigungen bis zu 5 Jahre nach Gründung
    - Leichter Kreditzugang: KfW übernimmt einen Teil des Kreditrisikos
    - Förderung von Investitionen im In- und Ausland

Darüber hinaus wird die KfW ein Sonderprogramm vorbereiten und schnellstmöglich einführen. Dafür werden die Risikoübernahmen bei Investitionsmitteln (Haftungsfreistellungen) deutlich verbessert und betragen bei Betriebsmitteln bis zu 80 %, bei Investitionen sogar bis zu 90 %. Diese sollen auch von Unternehmen in Anspruch genommen werden können, die krisenbedingt vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind.

Der Start dieser Sonderprogramme unterliegt dem Vorbehalt einer Genehmigung durch die Europäische Kommission.

Unternehmen, die Bürgschaften für Kredite in Anspruch nehmen möchten, werden gebeten, sich an die Bürgschaftsbanken der Länder zu wenden.

Welche Maßnahmen werden für Kredite zur Überbrückung der Corona-Krise umgesetzt?

1. Der Bürgschaftshöchstbetrag wird auf € 2,5 Mio. erhöht.
2. Die Fördermöglichkeiten für Betriebsmittelkredite werden verbessert.
3. Der Bewilligungsprozess wird beschleunigt

Was heißt das konkret?

  1. Erhöhung des Bürgschaftsbetrages; Der bisherige Bürgschaftshöchstbetrag wird von € 2,0 Mio.  auf € 2,5 Mio. erhöht. Damit erhöht sich das mögliche zu verbürgende Kreditvolumen auf über € 3,0 Mio.
  1. Verbesserung der Fördermöglichkeiten für Betriebsmittelkredite; Verbürgung von bis zu 80% der Kredithöhe statt bisher 60%; Halbierung der Bearbeitungsgebühr
  1. Beschleunigung des Bewilligungsprozesses; Der Turnus für die Bewilligungsausschüsse wurde von 14-tägig auf wöchentlich reduziert; Zusagen von „Express-Liquidität“ – Bürgschaften von bis zu TEUR 500 innerhalb eines Bankarbeitstages

Bei Fragen hilft Ihnen die landeseigene Förderbank NRW.BANK: 0211 91741 4800

Wichtig: Die Landesregierung empfiehlt bei notwendigen Überbrückungsfinanzierungen zeitnah das Gespräch mit der Hausbank aufzusuchen, denn die Vergabe von Bürgschaften, Haftungsfreistellungen und günstigen Krediten erfordert immer die Begleitung durch eine Hausbank!

Krise meistern mit dem NRW.BANK.Universalkredit: Für das Förderprogramm hat das Land die Einstiegsvoraussetzungen erheblich verbessert. KMU, Gründer und Freiberufler bekommen mit dem Darlehen ein Finanzierungsinstrument an die Hand, welches bei Liquiditätsengpässen schnell helfen kann und mit einer 80%igen Risikoübernahme verbunden ist. Reine Betriebsmittel können über eine Laufzeit von 10 Jahren mit einem Tilgungsfreijahr beantragt werden. Es gilt das Hausbankenverfahren. Der bisher notwendige Mindestkreditbetrag wurde ausgesetzt. Bei Haftungsfreistellungen bis 250.000 Euro erfolgt die Kreditzusage in aller Regel innerhalb von 72 Stunden.

NRW.BANK Service-Center: 0211-91741 4800

Für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) können Unternehmen ab sofort den neuen KfW-Schnellkredit 2020 beantragen. Der Kredit wird zu 100 % abgesichert durch eine Garantie des Bundes. Das erhöht ihre Chance deutlich, eine Kreditzusage zu erhalten.

Der KfW-Schnellkredit 2020 richtet sich an Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind.

Das Wichtigste in Kürze:
• Für Anschaffungen und laufende Kosten
• Kleinere und große Kreditbeträge – bis zu 800.000 Euro
• Bis zu 10 Jahre Zeit für die Rückzahlung, 2 Jahre keine Tilgung
• Die KfW übernimmt 100 % des Bankenrisikos

Weitere Informationen erhalten Sie hier.