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01.02.2010 Rheinische Post
Firmen: Stadt wirbt im Umland
37000 Quadratmeter Gewerbeflächen hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) 2009 verkauft. Künftig soll die Werbung in umliegenden Städten verstärkt werden. Zurzeit wird mit zwei rechtsrheinischen Firmen verhandelt.
Die Krefelder Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) hat in den vergangenen Monaten die Werbung für den Standort Krefeld verstärkt und versucht so, auch Unternehmen von der rechten Rheinseite nach Krefeld zu locken. Das sagt Eckart Preen im RP-Gespräch und reagiert damit auf die Kritik von Ulrich Hahnen. Der SPD-Fraktionschef ist der Meinung, die WFG könne viel mehr von dem so genannten Überschwapp-Effekt aus umliegenden Städten wie Düsseldorf oder Ratingen profitieren.
Viele Unternehmen würden dort keine passenden Gewerbeflächen finden und dann nach Grundstücke in umliegenden Städten suchen. „Wenn ich die A 44 entlangfahre, sehe ich, dass es auf südlicher Seite in Kempen und Meerbusch boomt, während auf Krefelder Seite weitgehend tote Hose ist“, hatte Hahnen gesagt.
„Diesen Überschwapp-Effekt gibt es“, bestätigt Preen. Davon zu profitieren sei aber grundsätzlich schwierig, weil der Effekt nicht von den abgebenden Kommunen gefördert werde. „Wir versuchen aber künftig, die neuen Strukturen der WFG zu nutzen, um unser Standortmarketing zu intensivieren und somit besser von dem Überschwapp-Effekt zu profitieren“, betont der Wirtschaftsförderer. So habe die WFG im Oktober bereits eine größere Werbe-Aktion in Düsseldorf für den Standort Krefeld gestartet und dort beispielsweise im Magazin der Industrie- und Handelskammer den Campus Fichtenhain beworben.
Zudem steht die WFG laut Preen in Ansiedlungs-Verhandlungen mit zwei Unternehmen, die bislang ihren Firmenstandort derzeit auf der rechten Rheinseite haben. Im Gespräch sind dabei zwei Gewerbeflächen in Krefeld mit einer Größe von jeweils rund 8000Quadratmetern. „Die Unternehmen haben aber keinen Tipp von den jeweiligen Wirtschaftsförderern bekommen, dass sie sich einmal in Krefeld umsehen sollen“, sagt Preen.
Die WFG in Ratingen bestätigt, dass es Fälle gebe, in denen die Grundstücksanforderungen interessierter Firmen nicht realisiert werden können. „Einen Überschwapp-Effekt nach Krefeld sehe ich aber ich nicht“, sagt Reiner Heinz, Abteilungsleiter der Ratinger WFG. Gerade in Ratingen spiele die Nähe zu Düsseldorf eine große Rolle, außerdem sei der Rhein für die Unternehmen eine große Barriere zum Standort Krefeld. Unternehmen werden auch nicht nach Krefeld verwiesen. „Wir vermitteln an Städte im Kreis Mettmann, das hat oberste Priorität“, sagt Heinz.
Die WFG in Düsseldorf spricht hingegen von einem ganz klaren „Überschwapp-Effekt“. „Wir kennen die Flächen in der Region und vermitteln Unternehmen teilweise auch nach Krefeld“, sagt Wirtschaftsdezernent Wilfried Kruse. Klar versuche jeder, primär seine eigenen Flächen anzubieten, so Kruse, „es geht aber viel mehr darum, die Arbeitsplätze in der Region zu halten“. So positiv sieht Eckart Preen die WFG-Vernetzung allerdings nicht. „Dass über kommunale Grenzen Unternehmen an Nachbarstädte vermittelt werden, ist eine extreme Ausnahme. Da müssen Städte oder Firmen schon selbst aktiv werden.“
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