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13.11.2007 Westdeutsche Zeitung
Hauptbahnhof: Krefelds prächtiger Hinterausgang
Terrana plant ein Geschäftshaus zwischen Ritterstraße und Bahngleisen. Das Grundstück ist gekauft, die Mietersuche läuft.
Auf dieser Brachfläche am Südausgang des Bahnhofs neben der alten Im-Brahm-Fabrik soll ein modernes Gebäude-Ensemble am Willy-Brandt-Platz entstehen.
„Wenn erst einmal ein Bagger da steht, ziehen alle anderen nach“, beschreibt Andreas Nettekoven die Dynamik, die sich erfahrungsgemäß unter Grundstücksnachbarn entwickele, sobald ein Mutiger mit der Erschließung einer neuen Fläche starte. Seine Baufahrzeuge wird der Geschäftsführer der Terrana Bauprojekt GmbH Rheinbach aber in Krefeld wohl vorerst nicht auffahren können.
Denn nachdem ihm der Liegenschaftsausschuss den Kauf der Brache links vom Südausgang des Hauptbahnhofs ermöglicht hatte, konnten die Mitglieder des Planungsausschusses dem Projekt kürzlich nicht mehr zustimmen (zu den Gründen siehe Bericht "Uns droht ein Verkehrs-Infarkt).
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„Das Projekt hat schon viel Geld gekostet. Aber ich kann es nicht beeinflussen und momentan nur abwarten“, zeigt sich Nettekoven enttäuscht über die unerwartete Verzögerung.
Seit 30 Jahren schon versucht die Stadt relativ erfolglos, das Grundstück an den Mann zu bringen, um „einen Entwicklungsimpuls für die Situation zwischen Bahnhof und Ritterstraße“ zu geben. So heißt es im vorhabenbezogenen Bebauungsplan, dessen Einleitung der Rat vor den Sommerferien beschloss. Mit dem könnten die Pläne vorangebracht werden, die die Stadt mit der Sanierung der alten Fabrik Heeder im Südbezirk vor Jahren begonnen hat.
Es gibt ein Rahmenkonzept für das komplette Areal hinter dem Bahnhof
„Es gibt kaum jemanden, der länger im Geschäft ist, und die Fläche nicht schon mehrmals angeboten bekommen hat“, weiß Nettekoven. Beim dritten Mal schlug er selbst schließlich zu: Und präsentierte in Zusammenarbeit mit einem Stadtplanungs- und Architektenbüro im Herbst 2006 einen Bebauungsvorschlag und ein Nutzungskonzept für das komplette Areal – unter Einhaltung der Blickachse vom Südausgang über den Platz der Wiedervereinigung hin zu Fabrik Heeder. So hatte es die Stadt in ihrer Ausschreibung gefordert.
Geplant ist ein viergeschossiges Geschäftshaus mit Einzelhandels- und Büroflächen. Im Erdgeschoss werden ein Super- und ein Discountmarkt einziehen. „Der Mietvertrag ist unter Dach und Fach“, versichert Nettekoven. Nebenan sollen rund 100 Kundenparkplätze sowie zwei Parkdecks für Angestellte des künftigen Mieters entstehen.
Die Barmer Ersatzkasse hat sich noch nicht entschieden, Mieter zu werden
Das Obergeschoss sollte – wie auch die WZ aus einem Planungsausschuss im Frühsommer berichtete – an die Barmer Ersatzkasse vermietet werden. Die, so ist inzwischen klar, hat sich aber noch nicht entschieden. „Es ist richtig, dass wir neue und größere Räume in der Innenstadt suchen. Unser derzeitiger Mietvertrag läuft noch bis Ende 2009. Wir haben bereits verschiedene Standorte und Objekte im Blick. Doch noch ist nichts spruchreif“, sagte Reinhard Jeising, stellvertretender Regional-Geschäftsführer.
Terrana sucht bis dahin weiter nach einem Mieter für knapp 3.500 Quadratmeter Bürofläche sowie kleinere Einzelhandelsflächen an der Ritterstraße. Die Finanzierung des Bauvorhabens mit einem Volumen von rund 15 Millionen Euro ist gesichert.
Kritiker sehen derweil das Risiko eines weiteren leer stehenden Objektes in der Innenstadt. Auch die Lösung der Verkehrssituation (acht Buswarteplätze, 20 Taxistände, Kunden- und Mitarbeiter-Parkplätze) überzeugte nicht alle. Zweifel bleiben auch an den Ergebnissen der schalltechnischen und lufthygienischen Untersuchungen, obwohl im vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu lesen ist, dass „die Änderungen durch die Erhöhungen der Verkehrsmengen auf den Straßen nur einen geringen Effekt“ haben.
Nettekoven: „Wir hoffen, dass die Krefelder Verwaltung nachdrücklich vermitteln kann. Auch wir selbst stehen den Fraktionen gerne für Gespräche bereit.“
13.11.2007
Von Sara Ebertz
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